Nullrunde bei der Lufthansa

Was soll schon dabei herumkommen, wenn ver.di ihren Chef bestreikt?

Ver.di betreibt ja nicht einmal das normale Geschäft einer Gewerkschaft, die vom Betrieb verschärfte Arbeitshetze (man spricht von 30% Produktivitätssteigerung in den letzten Jahren) zu kompensieren. Wobei das Geschäft „Geld gegen Gesundheit“ natürlich nicht wirklich als Kompensation verstanden werden kann. Dass man nicht am Ast sägen darf, auf dem man sitzt, dass der Profit (bei Lufthanse dieses Jahr gar ein Rekordprofit von 750 Millionen) das Primäre und Unantastbare ist und eine Lohnerhöhung die davon abhängige, sich stets bescheiden zu gebende Variable, das findet seinen Ausdruck nicht nur in der Politik der Gewerkschaft, die Co-Management statt Lohnkampf betreibt, sondern findet im System der deutschen Mitbestimmung auch gleich noch sachgerecht in Personalunion statt. Bsirske wird von der Lufthanse als Vize-Aufsichtsratschef bezahlt, ist dem Wohl der Aktionäre verpflichtet und demenstprechend sieht dann ein Streik auch aus. Drei Tage peinlicher „Kämpfe“, die kaum einer mitkriegt, und am Ende eine Nullrunde, wenn man vom „Reallohn“ ausgeht. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass ver.di auch da, wo sie nicht in der Chefetage sitzt, kaum bessere Abschlüsse aushandelt. Solange die Mitglieder das alles schlucken geht das seinen Gang und sie gucken jedes Jahr in die Röhre und der Chef bumst sich durch die Malediwen.